Immobilienwertverlust in Roßdorf durch Windenergieanlagen

Quelle: IG Roßdorf

Studien

In 2011 kam bereits eine Forschungsgruppe der Johann-Wolfgang-Goethe Universität in Frankfurt/Main, durchgeführt von Pro. Dr. Jürgen Hasse[1], zu dem Ergebnis, dass Windenergieanlagen in der Nähe von Wohngebieten nicht nur die Lebensqualität der Bewohner nachhaltig verändern, sondern auch als Folge dieser Beeinträchtigung der Verkehrswert der Immobilien signifikant sinkt. Im Rahmen der Studie wurden Wertverluste bei Immobilien von ca. 20 bis 30 Prozent gemessen.
Viele empfinden die Windenergieanlagen „als störende raumbedeutsame Objekte.“[2]
Die Störungen entstehen durch hörbaren und nicht hörbaren Schall/Lärm, Schattenwurf, stark verändertes Landschaftsbild und die mit dem Lärm zusammenhängenden Krankheitssymptome.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommen auch zahlreiche andere internationale Studien, die zum Teil von bis zu 40% Wertverlust ausgehen oder gar der Unverkäuflichkeit der Immobilie.

Bereits im Jahr 2003 berichtete "Die Welt" über drastische Wertverluste in Schleswig-Holstein.

Und eine aktuelle Langzeituntersuchung der Universität Kopenhagen in Dänemark [6] die im November 2014 im Magazin Land Economics veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass im Einzugsbereich von WEA die Immobilienpreise zwischen 7% und 14% sinken.

 

Haus & Grund

Die Vereinigung "Haus & Grund" hat in einer Ende März 2014 veröffentlichten Presseerklärung ebenfalls Immobilienwertverluste von ca. 30% bestätigt.

Zitat:

Durch den Bau von Windrädern droht zum Teil massiver Wertverlust von benachbarten Grundstücken und Wohngebäuden“, befürchtet Ottmar H. Wernicke, Geschäftsführer von Haus & Grund Württemberg. „Mieteinnahmen sinken oder fallen ganz weg, während auf der anderen Seite durch die Windkraftanlagen erhebliche Gewinne erwirtschaftet werden.“

Verluste von 30 % und mehr bis zur Unverkäuflichkeit der Immobilien seien die Folge.

 

Gesetzgeber

Es ist auch belegt, dass Banken den Beleihungswert von Immobilien herabsetzen, wenn sich diese in unmittelbarer Nähe zu Windkraftanlagen befinden. Damit wirkt sich die Wertminderung nicht nur beim Verkauf aus, sondern hat auch unmittelbar weiteren Einfluss auf die Vergabe von Hypothekendarlehen, Maklerprovisionen und letztlich auch die Höhe der Grunderwerbsteuer für die Gemeinden bei einem Immobilienverkauf.
Das Bewertungsgesetz[3] sieht Windenergieanlagen als „wertmindernde Umstände“, die zu Abschlägen von bis zu 30% auf den Grundstückswert führen können.

Durch den reduzierten Verkehrswert der Immobilie stellt sich nun bei den Gerichten die Frage, ob davon betroffene Besitzer in der Form entlastet werden können, indem man die Höhe der zu entrichtenden Grundsteuer reduziert. Auch dazu gibt es bereits Urteile des BFH (Bundesfinanzhofes), die dies klar bejaht haben.[4]

 

IG Roßdorf Umfrage
Wir haben ca. 50 Makler im Raum Darmstadt-Dieburg im Februar/März 2014 zu diesem Thema befragt. 20% der Makler haben uns geantwortet.

50% der Teilnehmer der Umfrage sehen einen Wertverlust der Immobilien in Roßdorf und Gundernhausen durch die geplanten Windenergieanlagen. Diese teilen sich auf wie folgt:
40% sehen Verluste zwischen 5% und 10% in den nächsten 3 Jahren,
10% sehen noch Verluste von weniger als 5%.
Lediglich 10% der Teilnehmer meinen, dass die Immobilienwerte deswegen steigen werden.

 

Wir haben einen ganz konservativen Ansatz genommen und kommen zu folgendem Ergebnis für Roßdorf und Gundernhausen (siehe Bild 2):

Bild 2; Quelle: IG Roßdorf

Fazit:

Grundbesitzer der Windenergieanlagen-Standorte werden durch Pachteinnahmen und Betreiber durch subventionierte hohe Einspeisevergütungen profitieren.
Dagegen werden Hausbesitzer einseitig betroffen, ihr Vermögen wird reduziert.
Das ist eine Umverteilung von Klein auf Groß.
Sie steht im krassen Gegensatz dazu, was die Politik sonst fordert.

 

Konsequenzen für die Gemeinde Roßdorf

  • geringere Grundsteuer durch geringere Immobilienwerte kann zu Einnahmeausfällen führen.
  • Wertverlust von geschätzten 65 Mio. EUR
  • negative Auswirkungen durch Wegzug von Bewohnern
  • negative Auswirkungen auf das Einkommensteueraufkommen sind noch nicht konkret und werden von den Gemeinden noch oft ignoriert. [5]

 

 

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[1] Prof Dr. Jürgen Hasse: Der Einfluß von Windkraftanlagen auf den Verkehrswert bebauter Wohngrundstücke, Johann-Wolfgang-Goethe Universität, Frankfurt/Main, nachzulesen in der Allgemeinen Immobilienzeitung H.8/2003

[2] Vgl. Nohl, Naturschutz und Landschaftsplanung 2001, 365; Quambusch, BauR 2003, 635

[3] Bewertungsgesetz i.d.F. vom 1.2.1991, zul. geändert durch Gesetz vom 19.12.2000, Richtlinien zur Bewertung des Grundvermögens

[4] www.vernunftkraft.de

[5] www.vernunftkraft.de

[6] Land Economics vol. 90 no. 4 668-682, "The Vindication of Don Quixote: The Impact of Noise and Visual Pollution from Wind Turbines", Cathrine Ulla Jensen, Toke Emil Panduro and Thomas Hedemark Lundhede und
http://ekstrabladet.dk/nyheder/samfund/article5305753.ece

Haus & Grund, Immobilienwertverlust durch WKA
Windkraftanlagen-Gebaeudeeigentuemer.pdf
PDF-Dokument [201.0 KB]
Wertverlust_durchWEA.pdf
PDF-Dokument [139.0 KB]
Offener Brief an Justizminister Maas
Vernunftkraft vom 13.02.2014
O.-Brief-an-Minister-Maas-13.02.2014.pdf
PDF-Dokument [168.2 KB]
Quelle: HörZu 2005

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