Wie kann man sich vor Infraschall schützen?

 

Dr. Alec Salt: „Gegen Infraschall kann man sich nicht schützen – nicht einmal im eigenen Zuhause! Obwohl Doppelverglasung und Türdichtungen hörbaren Schall reduzieren können, haben solche Maßnahmen kaum Einfluss auf Infraschall im Haus. Infraschall ist eine sich langsam ändernde Druckwelle, die nur durch die komplette Abdichtung des Hauses in ein Vakuum ausgesperrt werden könnte. In der Praxis machen Bauvorschriften und das Erstickungsrisiko dies unmöglich.“
 

Es ist unabdingbar, die Abstände zur Wohnbebauung ausreichend groß zu halten, so dass auch empfindliche Mitbürger nicht beeinträchtigt werden. 

Da Infraschall bis zu 50 km weit gemessen werden kann, wird von verantwortungsbewussten Ärzten international ein Sicherheitsabstand von 3 bis 5 km von WEA zur Wohnbebauung gefordert.

Um auch empfindliche Menschen zu schützen, fordern viele Mediziner sogar Abstände von 10 km.

Leider sind in Deutschland, Europa und auch weltweit keine einheitlichen Regeln und Standards für den Abstand zur Wohnbebauung erlassen worden. 

Interessant ist aber, daß eine Studie in Deutschland zu dem Ergebnis kam, dass man mind. 25 km um die Infraschallmessstationen in Deutschland keine WEA bauen darf, um die dortigen hochsensiblen Geräte nicht zu stören. Was für hochsensible Geräte gilt, gilt also nicht für den Mensch? (Lars Ceranna, Gernot Hartmann & Manfred Henger Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) Referat B3.11, Hannover (2005)).

 

+++++++++NEU +++++++++++++++++++++++++++++++++

Eine uns vorliegende Stellungnahme der Arbeitsgruppe Seismologie des "Forschungskollegiums Physik des Erdkörpers (FKPE)" des Seismologischen Zentralobseratoriums, BGR in Hannover und der Ruhr-Universität in Bochum kommen im Oktober 2013 zu dem Ergebnis, dass Windkraftanlagen Konflikte mit den in Deutschland betriebenen seismologischen Forschungsstellen verursachen. Es wird darin gefordert, die Belange der Erdbebenbeobachtung vor der Genehmigung und Errichtung von Windkraftanlagen angemessen zu berücksichtigen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Forscher klar belegen, dass durch die Windlast und die Bewegung der Rotorblätter ähnlich einer Stimmgabel durch den Mast Schwingungen innerhalb eines breiten Frequenzbandes erzeugt werden, die sich mit den Messtationen überlappen. (Die Messstationen registrieren Frequenzen zwischen 1/1000 Hz und 100 Hz).
Über das Fundament werden diese Frequenzen in den Untergrund übertragen und verbreiten sich über weite Strecken in alle Richtungen. Das Forschungskollegium empfiehlt innerhalb eines Radius von 17,5 km um die Messanlagen auf die Errichtung von WEA zu verzichten und innerhalb eines Radius von 10 km Tabuzonen einzurichten.
In Südhessen sind zahlreiche Messstationen der HLUG, der Universität Frankfurt, des Erdbebeninstituts Südwest und anderer Organisationen (wie z.B. vom SiMon Projekt) installiert und in Betrieb. Südhessen zählt mit dem Oberheingraben zu den Schwerpunkten der Forschungsarbeit und dem Betrieb von Messstationen.

In unserem Fall sind 2 Anlagen relevant: Eine in Darmstadt-Eberstadt und eine in der Grube Messel. (Siehe Karte)

+++++++++NEU +++++++++++++++++++++++++++++++++

Quelle: HLUG 2014 Abb. Edbebenmessstationen Südhessen

In England liegen entsprechende Gesetze für eine Ausweitung der Abstände zu Windenergieanlagen seit Jahren leider „auf Halde“.

 

Lediglich in Irland wurde 10H-Regelung eingeführt für Anlagen ab 25m Höhe. (Siehe Seite 6 des unter "Irland" herunterzuladenden Dokuments).

 

Nachdem der Bundesrat nun die Länderöffnungsklausel, und damit der Änderung des BauGB für den Abstand von Windenergieanlagen zur Wohnbebauung beschlossen hat, wollen nun Bayern und Sachsen eine 10H Regelung (=10-facher Abstand zur Höhe der Anlage) relativ schnell umsetzen.

In Hessen wurde der Abstand lediglich auf 1000 m festgelegt, dieser kann aber auch noch im Einzelfall sogar unterschritten werden. Und dieser Abstand ist deutlich zu klein.

 

Nächstes Kapitel, "Zusammenfassung"

Kontakt

Nutzen Sie unser Kontaktformular.

Oder schreiben Sie uns eine

Email: info@ig-rossdorf.eu

WetterOnline
Das Wetter für
Roßdorf
mehr auf wetteronline.de