Welche Auswirkungen hat Infraschall?

 

Niederfrequenter Schall und Infraschall können unsere inneren Organe zu Schwingungen anregen und über das Innenohr einwirkend eine Vielzahl von gesundheitlichen Problemen einzeln oder in Kombination verursachen, wie z.B.:

  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Ohrendruck
  • Tinnitus
  • Schwindelgefühle
  • Ruhelosigkeit
  • Unscharfes Sehen
  • Schnelle Herzfrequenz
  • Konzentrationsmangel, Gedächtnisprobleme
  • Übelkeit
  • Reizbarkeit
  • Angstzustände

 

Infraschall von Windkraftanlagen pulsiert rhythmisch und der pulsierende Schalldruck beeinflusst das Innenohr, auch wenn von der Person kein einziger Laut wahrgenommen wird.

Die Druckwellen pflanzen sich fort zum flüssigkeitsgefüllten Hohlraum des Innenohrs und dieser „Massage-Effekt” wirkt auf die Sinneszellen in den Gehör- und Gleichgewichtsteilen des Innenohrs.


Dadurch werden das menschliche Gleichgewichtsorgan (Abb. 2) und die inneren Organe zum Schwingen gebracht und versetzen es in den „Zustand der Bewegung“, auch wenn der menschliche Körper sich in diesem Moment gar nicht bewegt. Niederfrequenter Schall lässt den menschlichen Körper „denken“, er sei in Bewegung. Wie bei der Seekrankheit.

 

Der Mensch hält sein Gleichgewicht durch ein komplexes Zusammenspiel des Gehirns, das Signale aus dem Innenohr, den Augen, Muskeln, Gelenken und aus dem Unterleib verstehen und interpretieren muss.

Abb.2; Menschliches Ohr; Quelle: www.planet-schule.de

 

Das Vestibular-System (oder Gleichgewichtsorgan) im Innenohr ist ein kompliziertes System aus Bogengängen, die in ähnlicher Form auch bei Fischen und Amphibien vorkommen, und wesentlich zum Gleichgewicht beitragen. Die Bogengänge bestehen aus kleinen Membransäckchen, welche an der Schnecke mit halbkreisförmigen Bögen befestigt sind. Sie wandeln die mechanische Energie der Bewegung in neuronale Signale um. (Abb. 3).

(Weitere Details zum menschlichen Ohr finden Sie unter:
http://www.planet-schule.de/wissenspool/total-phaenomenal-sinne/inhalt/hintergrund/der-hoersinn/mensch.html
)

Abb. 3, Vestibularsystem, (Quelle: www.planet-schule.de)

 

Da der Schall nicht nur über das Ohr, sondern auch durch die inneren Organe (Brustkorb und Unterleib) sowie Knochenbau übertragen wird, können die Vibrationen auch von dort ebenfalls das Innenohr erreichen und zu Auswirkungen führen.

Das Vestibular-System lässt sich nicht bewusst steuern, alle oben aufgeführten auftretenden Symptome sind neurologischer Natur. Die Betroffenen haben keine Kontrolle über ihre Symptome und können diese auch nicht abstellen.

Ein Otoneurologe ist der richtige Facharzt, den Sie dann im Zweifel aufsuchen sollten.
Unter dem Begriff Otoneurologie versteht man die Untersuchung und Behandlung der Kopfsinne, besonders bezüglich Hören, Gleichgewicht, Riechen und Schmecken.

 

Manche Menschen sind offenbar empfindlicher gegenüber pulsierendem Schalldruck, während andere nicht merklich davon beeinflusst werden. Jedoch hat sich auch gezeigt, dass Menschen die bereits anfällig sind für Seekrankheit, Migräne, etc. als erste die Auswirkungen zu spüren bekommen.

30% der Anwohner erkranken an den Auswirkungen von Infraschall emittiert durch Windkraftanlagen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine von schwedischen Ärzten im „Läkartidningen" vom 6. August 2013, einem schwedischen Fachblatt, welches von 77% aller Ärzte in Schweden gelesen wird!
(Quelle: http://www.lakartidningen.se/Opinion/Debatt/2013/08/Infraljud-fran-vindkraftverk---en-halsorisk/)

 

Auch ist die Intensität der Einwirkung von Infraschall auf den menschlichen Organismus abhängig von der Entfernung der schallemittierenden Anlage zur Wohnbebauung, der Höhe der Windkraftanlage (je höher WKA werden, umso mehr wird der Schall dank findiger Ingenieurskunst in die Tiefe gelegt, um den hörbaren Lärm zu minimieren) und der Dauer der Exposition.
Auch beim Schall gilt: Die Dosis macht die Wirkung.


Es gibt mittlerweile zahlreiche internationale wissenschaftliche Studien, die bestätigen, welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Infraschall und niederfrequentem Schall entstehen können.
Aus diesen wird der Zusammenhang von Infraschall emittiert durch WKA und physischen wie psychischen Symptomen der Anwohner deutlich.
Die Ergebnisse dieser Feldstudien werden in Deutschland negiert.

 

In wissenschaftlichen Untersuchungen wurden die gesundheitlichen Risiken von Infraschall und periodischen Lärm in Deutschland von:

  • Prof. Dr. Rainer Mausfeld Uni Kiel (2002),
  • Dr. Elmar Weiler, St. Wendel (2005),
  • Lars Ceranna et. al., Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (2005),
  • Scholz et al., Charité 9. DGA Jahrestagung (2006),
  • Universität der Bundeswehr (2006) und
  • Bundesgesundheitsblatt durch das Robert-Koch-Institut (2007) beschrieben.

 

Allein in der Studie des Robert-Koch-Institutes werden insgesamt 98 Fachquellen aufgeführt und zitiert, die sich alle mit den Auswirkungen von Infraschall auf den menschlichen Körper befassen.

Deshalb hatte das Umweltbundesamt eine "Machbarkeitsstudie zum Infraschall" in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse nun vorliegen.
(UFOPLAN 2011, FKZ 3711 54 199)

http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/publikationen/texte_40_2014_machbarkeitsstudie_zu_wirkungen_von_infraschall.pdf


So kommt die Studie u.a. zu der Erkenntnis, dass in Deutschland nur sehr wenige wissenschaftliche Untersuchungen existieren, die sich mit Infraschall beschäftigen. Insbesondere zeigen aus Sicht des Umweltbundesamtes internationale Forschungsarbeiten auf, dass die in Deutschland angewendeten Gesetzesnormen und Messverfahren deutliche Defizite aufweisen und weiterentwickelt werden müssen.
Bemerkenswert ist, dass aus der Sicht des Umweltbundesamtes die Auswirkungen von Infraschall auf den Menschen auch bei Windkraftanlagen weiterer Untersuchungen bedürfen.
 

Es zeigt sich durch diese Studie erneut, dass die aktuellen Abstandsregelungen zur Wohnbebauung in Hessen bei Windkraftanlagen angesichts der gesundheitlichen Risiken, die nicht genau erforscht sind, damit  unverantwortlich sind.

 

In den USA hat die niedergelassene Ärztin und Verhaltensbiologin Dr. Nina Pierpont in einer Langzeitstudie von 2004 – 2009 mit den Auswirkungen von Windkraftschall auf Anwohner auseinandergesetzt. Die von den Studienteilnehmern (10 Familien, 38 Personen, Alter von 1-75 Jahren) beschriebenen Krankheitssymptome fasste Dr. Nina Pierpont unter dem Namen Windturbinensyndrom in ihrem 2009 veröffentlichten Buch zusammen.

Andere Wissenschaftler aus den Bereichen der Medizin, Akustik und Physik beschäftigen sich noch viel länger mit dem Phänomen „Infraschall“, so z.B. Prof. Dr. Mariana Alves-Pereira und Dr. Nuno Castelo Branco, die seit 1980 zunächst über die Auswirkungen von Infraschall auf Piloten und Kabinenpersonal in Flugzeugen arbeiteten, und bis heute im Bereich Schall von WKA forschen. Die von ihnen entdeckten Symptome fassten sie 2003 zur Vibrationsakustischen Krankheit (Vibro Acoustic Disease, VAD) zusammen.

Studien mit Langzeitmessungen werden z.Zt. in Kanada, USA, Australien durchgeführt und für Dänemark gerade projektiert.

Deutliche Warnungen vor den Auswirkungen von Infra- und tieffrequentem Schall kommen aus z.B. Nordamerika und Australien, wie Prof. Dr. Alec Salt.

 

Nachdem Gerichtsurteile im Ausland bereits seit mehreren Jahren im Interesse erkrankter Anwohner die zeitweise oder totale Abschaltung oder gar den Rückbau von WKA festlegen, bestätigen inzwischen auch deutsche Gerichte das Gefahrenpotenzial von Infraschall auf den menschlichen Organismus, z.B. das OLG München.

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