Fakten finanzielle Bürgerbeteiligung (Nachrangdarlehen)

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Auf der Bürgerversammlung am 19.02.2014 wurde den Einwohnern Roßdorfs sowie den umliegenden Gemeinden eine Beteiligung an dem Windkraftprojekt in Form eines nachrangigen Darlehens vorgestellt.

Im Darmstädter Echo vom 10.04.2014 konnte man nun ebenfalls weitere Details dazu erfahren, die mittlerweile auch auf der Webseite der GGEW unter www.ggew.de/UN/Erneuerbare/Mitmachen_2014 einzusehen sind.
 

Im gleichen Artikel des DA Echo wurde Frau Sprößler noch mit den Worten zitiert, dass die Gemeinden Reinheim und Fischbachtal (letztere waren auch auf der Bürgerversammlung anwesend) Interesse bekundet hätten und sich ebenfalls finanziell an dem Vorhaben beteiligen wollten.


Die Gemeinde Fischbachtal ist bereits im April 2014 aus der finanziellen Beteiligung wieder ausgestiegen.
(Siehe DA Echo vom 12.04.2014; Unter Media oder hier).


Am 08. Mai hat Frau BM Sprößler im DA Echo erklärt, dass die Gemeinde Roßdorf sich aus den gleichen Gründen nicht weiter an dem Windkraftprojekt finanziell beteiligen wird.
 

Im Mai 2014 hat sich dann auch die Stadt Reinheim mit einem Magistratsbeschluß von einer finanziellen Beteiligung in Roßdorf verabschiedet.

Zitat aus dem "Energie- und Klimabericht 2014 der Stadt Reinheim":

"Darin werden die Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Betätigung einer
Kommune dargelegt. In Anbetracht, dass aufgrund der aktuellen
Finanzsituation der Märkte es durchaus bessere Anlageoptionen gibt, ist
zwingend zu beachten, dass Eigenkapital der Stadt Reinheim somit über
10 Jahre (für eine geringe Verzinsung 2,2 %) fest gebunden wäre und für
Investitionen innerhalb der Stadt Reinheim fehlt.

• Laut Pressemitteilungen wird die Gemeinde Fischbachtal und die
Gemeinde Roßdorf selbst auf eine Beteiligung verzichten.
• Dieser Sachverhalt wurde dem Magistrat der Stadt Reinheim am
13.05.2014 mit folgendem Beschlussvorschlag vorgelegt;
• „Der Magistrat beschließt eine finanzielle Beteiligung an Windkraftanlagen
in Roßdorf „Am Tannenkopf“ abzulehnen“.
• Der Beschlussvorschlag wurde vom Magistrat der Stadt Reinheim
bestätigt.
"

 

Am 10.04. war zur Bürgerbeteiligung noch ein Flyer auf der Webseite der GGEW herunterzuladen, auf dem folgendes vermerkt war:
Zitat: “Wir bieten […] eine Bürger­beteiligung in Form eines Darlehens mit fester Verzinsung und 10-jähriger Laufzeit […] an.”  Die feste Verzinsung sind 2,2% p.a.

 

In dem aktuell an alle Roßdörfer GGEW Kunden verschickten Schreiben, datiert vom 08.04.2014, ist ebenfalls kein Verweis auf ein nachrangiges Darlehen und kein Hinweis auf die mit dieser Anlage zusammenhängenden Risiken zu finden!!


Auf der Webseite der GGEW wurde dies (Stand: 12.04.2014) wieder geändert, der Flyer ist ebenfalls von der Webseite verschwunden. Aber wir haben ihn hier zum Download.

 

GGEW Bürgerbeteiligungsflyer vom 10.04.2014
140409_PDF_Rossdorf_Web_RZ.pdf
PDF-Dokument [525.3 KB]

Was ist eigentlich ein nachrangiges Darlehen?

„Ein nachrangiges Darlehen ist ein Darlehen, das im Falle einer Insolvenz in dem Sinne nachrangig behandelt wird, da es erst nach den anderen Verbindlichkeiten bedient wird.

D.h., die Rückzahlung des Nachrangdarlehens erfolgt erst, nachdem alle anderen (nicht nachrangigen) Gläubiger (z. B. Lieferanten, Banken) in voller Höhe ausbezahlt wurden.

Nachrangige Darlehen stehen jedoch im Rang vor dem Eigenkapital, d.h., bevor im Falle einer Insolvenz die Eigentümer Geld zurück erhalten, müssen alle nachrangigen Darlehen in voller Höhe bedient werden.

Diese Rangordnung tritt somit dann in Kraft, wenn im Falle einer Insolvenz die Vermögenswerte des Unternehmens nicht ausreichen, alle Schulden zu bedienen.

Das damit verbundene höhere Risiko der nachrangigen Darlehen wird in der Regel durch einen gegenüber „normalen“ Krediten höheren Zins vergütet.

(Quelle: http://www.welt-der-bwl.de/Nachrangige-Darlehen).

 

Fazit:

Verglichen mit den derzeit für Tagesgeld oder Spareinlagen gezahlten Zinsen (z. B. nach heutigem Stand Zinssatz für Spareinlagen Commerzbank AG 0,25 % pro Jahr; Tagesgeld Ing-Diba 1,00 % pro Jahr) hört sich der Zinssatz von 2,2% natürlich verlockend an. Allerdings werden hier Äpfel mit Birnen verglichen, denn:
 

  • nachrangige Darlehen sind keine Einlagen im Sinne des BWG (Bankwesengesetzes),
  • es besteht keine gesetzliche Einlagensicherung,
  • keine Konzessionspflicht und
  • keine Prospekthaftpflicht für den begebenden Unternehmer. 

 

Die Spareinlagen bei einem Kreditinstitut unterliegen dagegen in der EU der Einlagensicherung des jeweiligen Landes.

Diese Sicherheit besteht bei der beworbenen Anlage nicht!
Vielmehr besteht ein deutlich höheres
 Ausfallrisiko bis hin zum Totalverlust Ihrer Anlage.
Dies ist bei den hier von der GGEW angebotenen Zinsen von nur 2,2 % Zinsen einfach lächerlich wenig.

 

Mittlerweile haben sich auch unsere auf der Info-Veranstaltung gemachten Vermutungen bestätigt:
Die GGEW AG hat über ihre Tochterfirma, die GGEW Ventusol GmbH, eine Windpark-Betreibergesellschaft in Form einer Personengesellschaft, die GGEW WP Roßdorf GmbH & Co. KG (HRA 85217), gegründet.
 

Die Stiftung Warentest rät auch von solchen finanziellen Anlagen aufgrund des hohen Risikos dringend ab. „Manchmal wissen die Privatanleger nicht, dass sie solche Risiken eingehen“, sagt Renate Daum von der Stiftung Warentest. Für die Altersvorsorge eignet sich ein Nachrangdarlehen nicht.“ Im Hinblick auf die langfristige Absicherung solle man stattdessen Produkte auswählen, bei denen das Verlustrisiko geringer sei, so Daum. Sie rät, für Nachrangdarlehen und ähnliche Anlagen nur Mittel zu verwenden, „auf die man zur Not auch verzichten kann“. (Quelle: WAZ)


"So dankbar man gerade in zinsarmen Zeiten für ein gutes Zinsangebot ist, so vorsichtig muss man bei solchen Angeboten sein.
Lieber sein Geld mit einem unbedeutenden Zinsertrag sicher auf dem eigenen Konto als sein Geld unsicher zu einem unsicheren Zinsertrag auf einem fremden Konto bzw. in einem unsicheren Unternehmen zu investieren."
(Quelle: Gansel Rechtsanwälte)

 

Wir raten Ihnen deswegen dringend, sich gut und unabhängig über die beworbene Anlage zu informieren, bevor Sie hier finanzielle Risiken eingehen!
Lesen Sie sich die Unterlagen der GGEW vor Abschluß eines Vertrages genau durch. 

„Manchmal wissen die Privatanleger nicht, dass sie solche Risiken eingehen“, sagt Renate Daum von der Stiftung Warentest. „Für die Altersvorsorge eignet sich ein Nachrangdarlehen nicht.“ Im Hinblick auf die langfristige Absicherung solle man stattdessen Produkte auswählen, bei denen das Verlustrisiko geringer sei, so Daum. Sie rät, für Nachrangdarlehen und ähnliche Anlagen nur Mittel zu verwenden, „auf die man zur Not auch verzichten kann“.

Warentest kritisiert Anlagemodelle von Ökoenergie-Firmen | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/wirtschaft/warentest-kritisiert-anlagemodelle-von-oekoenergie-firmen-aimp-id8453855.html#plx1029090487
„Manchmal wissen die Privatanleger nicht, dass sie solche Risiken eingehen“, sagt Renate Daum von der Stiftung Warentest. „Für die Altersvorsorge eignet sich ein Nachrangdarlehen nicht.“ Im Hinblick auf die langfristige Absicherung solle man stattdessen Produkte auswählen, bei denen das Verlustrisiko geringer sei, so Daum. Sie rät, für Nachrangdarlehen und ähnliche Anlagen nur Mittel zu verwenden, „auf die man zur Not auch verzichten kann“.

Warentest kritisiert Anlagemodelle von Ökoenergie-Firmen | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/wirtschaft/warentest-kritisiert-anlagemodelle-von-oekoenergie-firmen-aimp-id8453855.html#plx1029090487
„Manchmal wissen die Privatanleger nicht, dass sie solche Risiken eingehen“, sagt Renate Daum von der Stiftung Warentest. „Für die Altersvorsorge eignet sich ein Nachrangdarlehen nicht.“ Im Hinblick auf die langfristige Absicherung solle man stattdessen Produkte auswählen, bei denen das Verlustrisiko geringer sei, so Daum. Sie rät, für Nachrangdarlehen und ähnliche Anlagen nur Mittel zu verwenden, „auf die man zur Not auch verzichten kann“.

Warentest kritisiert Anlagemodelle von Ökoenergie-Firmen | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/wirtschaft/warentest-kritisiert-anlagemodelle-von-oekoenergie-firmen-aimp-id8453855.html#plx1029090487

 

Als weitergehende Literatur empfehlen wir Ihnen:

http://www.gansel-rechtsanwaelte.de/meldungen/M1197-Vorsicht-bei--Nachrang-Darlehen-.php

 

Artikel aus der taz:

http://www.taz.de/!119462/

 

und diesen Artikel aus der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ):

http://www.derwesten.de/wirtschaft/warentest-kritisiert-anlagemodelle-von-oekoenergie-firmen-aimp-id8453855.html

Stiftung Finanztest, Ausgabe 5 / 2014
Finanztest-05-14-Nachrangige-Geldanlagen[...]
PDF-Dokument [1.3 MB]

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