Fakten EEG (Erneuerbare Energien Gesetz)

Lesenswerte Unterlagen zum EEG

"Leitideen und offene Fragen des Managements der Energiewende mit Erneuerbaren Energien"
Prof. Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Günter Specht

Zitat: „Bereits heute ist absehbar, dass die EEG-Reform misslingt, weil zentrale Fragen der Energiewende nicht oder widersprüchlich beantwortet werden. Diese Reform führt in eine Sackgasse. Absehbar sind weitere Reformen der Reform. Eine umfassend nachhaltige Stromversorgung ist nicht in Sicht. Fundamentale Kritik von
Experten aus dem Bereich der Stromversorgung führte nur zu marginalen Veränderungen an der bisherigen Politik; Reformunfähigkeit deutet sich an. Offenbar sind die bisher getroffenen Entscheidungen eine fast unüberwindbare Hürde. Die Energiewende ist ein Musterbeispiel dafür, wie schwer es ist, Subventionen und
ähnliche Vorteilsgewährungen zurück zu fahren.“
Das vollständige Arbeitspapier hier als PDF-Download.

05. Mai 2014; Prof. Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Günter Specht,
"EEG-Reform - Durchbruch oder Sackgasse in der Ökostrompolitik?"

Neue vernichtende Abrechnung mit der EEG Regelung in einem neuen Vortrag gehalten beim Lions Club Dresden-Semper.
Er zeigt die sehr denkwürdigen negativen finanziellen, ökologischen und sozialen Resultate der durch die EEG geförderte Energiewende auf.

Sehr lesenswert!

Prof. Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Günter Specht "EEG-Reform - Durchbruch oder Sackgasse?"
Specht_EEG-Reform_140508.pdf
PDF-Dokument [1.9 MB]
Vortrag Prof. Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Günter Specht, Emeritus der Technischen Universität Darmstadt
"Effiziente Ökostrompolitik - Ökologisch handeln mit Instrumenten der Ökonomie"
Hochschule Aschaffenburg 15.01.2014
Quelle: www.vernunftkraft.de
Specht_Vortrag_Effiziente-Ökostrompoliti[...]
PDF-Dokument [1.3 MB]
"Wie viele Windräder braucht das Land?", Dr.-Ing. Detlef Ahlborn, 2. Juli 2013
Dreisatz-zweite-Ausgabe.pdf
PDF-Dokument [201.2 KB]

Was ist das EEG?

Das EEG ist das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien. Es regelt den Vorzug von aus erneuerbaren Energien gewonnen Strom in das Stromnetz und garantiert per Gesetz Stromerzeugern feste Vergütungen für die nächsten 20 Jahre. Das Gesetz wurde im Jahr 2000 verabschiedet und danach mehrmals angepasst. Die letzte Anpassung erfolgte 2012. Die Reform des EEG wurde Ende Juni vom Bundestag und am 11. Juli vom Bundesrat verabschiedet und soll voraussichtlich am 01. August 2014 in Kraft treten. Das alte EEG 2012 gilt noch für alle Anlagen die bis zum 22.01.2014 genehmigt oder zugelassen wurden und noch bis 31.12.2014 in Betrieb genommen werden. Altanlagen genießen Bestandsschutz.
 

Im EEG wurde auch festgeschrieben, welchen Anteil die erneuerbaren Energieträger bis 2050 haben sollen. Dieser soll schrittweise auf 80% angehoben werden. In Hessen will man sogar bis zum Jahr 2050 auf 100% erneuerbare Energien für die Strom und Wärmeproduktion umgestellt haben.

Mit der EEG-Umlage, die jeder Stromkunde pro verbrauchte kWh mit seiner Rechnung zu zahlen hat, werden die Kosten, die aus der Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen entstehen, auf die Stromendverbraucher verteilt. Die Höhe des Umlagebetrages ergibt sich aus dem Unterschied der Einnahmen und Ausgaben, die bei der Verwertung des EEG-Stroms aus erneuerbaren Energiequellen entstehen, also der Differenz zwischen dem an der Strombörse zu erzielendem Preis und den tatsächlichen Kosten.
 

Niedrige Strompreise bedeuten also für den Normalbürger keine gute, sondern eine eher schlechte Nachricht. In 2013 zahlten sie rund 13 Milliarden EUR für Ökostrom, der an der Börse gerade 3 Milliarden EUR wert war. Zusammen mit Zinsen und einem offenen Betrag aus 2012 waren das in Summe knapp 21 Milliarden EUR für den sog. „Grünstrom“.
 

So sind die vom Stromverbraucher über die Stromrechnung bezahlten EEG-Vergütungen von 0,4 Cent/kWh im Jahr 2003 auf über 6,24 Cent/kWh im Jahr 2014 gestiegen. Also um mehr als das 15-fache. So besteht mittlerweile mehr als die Hälfte des Strompreises an den Endverbraucher aus Steuern und Abgaben. Und den größten Brocken macht die EEG Umlage aus.

 

Im Jahr 2015 soll nun erstmals die EEG Umlage sinken, und zwar von aktuell 6,24 cent pro kWh auf 6,17 cent pro kWh. Was im ersten Moment wie eine tolle Meldung klingt, und sicherlich auch von SPD und GRÜNEN als Bestätigung der EEG-Novelle gefeiert werden wird, bedeutet aber am Ende für den Verbraucher mit 3500 kW Stromverbrauch im Jahr eine Entlastung von gerade einmal 2,50 EUR. Alle Experten gehen ausserdem davon aus, dass durch den weiterhin ungezügelten Ausbau der erneuerbaren Energieträger insbesondere an Schwachwindstandorten, die Umlage in den kommenden Jahren auch weiter steigen wird.

 

Im kommenden Jahr 2016 wird die EEG-Umlage trotz aller Beschwichtigungen und Aussagen der Bundesregierung erneut steigen.

Auf den dann neuen Rekordstand von 6,354 cent pro kWh.

 

Die Anfangsförderung in den ersten 5 Jahren beträgt nach der Reform des EEG 8,9 Cent pro Kilowattstunde (kWh). 

Die Anfangsvergütung wird zwischen 5 Jahren (130%-Standort und darüber) und 20 Jahren (80%-Standort und darunter) ausgezahlt. Die Berechnung der Anfangsvergütungsdauer für alle weiteren Standorte erfolgt nicht linear, sondern mit einem Knick bei 100% (Verlängerung der Frist um einen Monat je 0,36 % des Referenzertrages, um den der Ertrag der Anlage 130 % des Referenzertrages unterschreitet; zusätzlich Verlängerung um einen Monat je 0,48 % des Referenzertrages, um den der Ertrag der Anlage 100% des Referenzertrages unterschreitet). Die Grundvergütung beträgt 4,95 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Und diese Vergütung bekommt der Betreiber dann für die nächsten 20 Jahre garantiert.
 

Je windintensiver und damit ertragreicher ein Standort ist, umso kürzer wird diese Vergütungsphase. (§ 49 Abs. 2 EEG 2014).

Für Standorte im Binnenland kann eine Unterschreitung des Referenzertrags eintreten, so dass ein Standort mit beispielsweise 90 % des Referenzertrags eine Verlängerung um 13,3 Jahre erhält. Nach Ablauf dieses Zeitraums wird nur noch die so genannte Grundvergütung von 4,95 Cent/kWh gewährt (§ 29 Abs. 2 EEG 2012).

Standort-Qualität Laufzeit der erhöhten Vergütung nach EEG 2012 
Nachfolgend eine Auflistung der Vergütung in Abhängigkeit des Standorts. Danach erfolgt Grundvergütung bis zum Ablauf der 20 Jahre EEG Förderung.

>=150%   5 Jahre (Mindestlaufzeit)
  140%   7 Jahre  +  3 Monate
  130%   9 Jahre  +  5 Monate
  120%   11 Jahre +  8 Monate
  110%   13 Jahre + 11 Monate
  100%   16 Jahre +  1 Monat
   90%   18 Jahre +  4 Monate
<= 82,5% 20 Jahre (Maximallaufzeit)

Quelle: Bundesverband Windenergie

Ausbau wird begrenzt

Für Windenergie an Land sind zukünftig nur noch Ausbaupfade mit einem jährlichen netto Netzzubau von 2.500 Megawatt (MW) erlaubt. Zum Vergleich: Der netto Netzzubau in 2013 lag bei 2.740 MW. Die im Durchschnitt 2.500 MW errechnen sich aus dem Zubau abzüglich deinstallierter Windräder. Repowering, also der Austausch kleinerer WKA durch neuere größere WKA, wird dabei nicht berücksichtigt. 

 

Neues Fördermodell

Der Betreiber erhält auch zukünftig nicht mehr wie bisher für 20 Jahre eine einheitliche feste Vergütung wie oben beschrieben, sondern Ökostromprojekte sollen ausgeschrieben werden. Den Zuschlag erhält derjenige, der am kostengünstigsten baut, dies gilt für neu zu errichtenden Windparks ab 2017.

 

Länderöffnungsklausel

Zukünftig dürfen die Bundesländer die Mindestabstände für WKA zur Wohnbebauen selber bestimmen und festlegen, wenn dies gewünscht ist. Diese Initiative geht auf die Anträge der Bundesländer Bayern und Sachsen zurück, die eine 10H Regelung forderten, also Abstand zur Wohnbebauung soll gleich das 10-fache der Anlagenhöhe betragen. Dazu erfolgt eine Neuregelung des Baugesetzbuches. Das dies den weiteren Ausbau der WKA in unseren dicht besiedelten Regionen einschränken wird ist klar.

 

Verpflichtende Direktvermarktung

Nur noch Windkraftanlagen im Binnenland bis zu einer Leistung von 500 kW erhalten zukünftig eine feste Einspeisevergütung. Diese Schwelle wird 2016 und 2017 weiter reduziert und die Betreiber müssen dann zukünftig ihren Strom selbst vermarkten, wofür sie nur noch eine sog. Marktprämie erhalten. Drei Boni, die bisher gezahlt wurden, fallen ersatzlos weg: Repowering Bonus (0,5 Cent je kWh), Systemdienstleistungs-Bonus (0,48 Cent je kWh) und die Management-Prämie (max. 1,2 Cent je kWh). Im Ergebnis liegen die Vergütungen für Windkraft an Land nun ca. 10 bis 20 Prozent unter dem Niveau von 2013.

 

Ein Video der Wuppertaler Stadtwerke erklärt das EEG Modell auf einfache Art und Weise.

http://www.youtube.com/watch?v=7aHC4yhKf7o

 

Die Änderungen zum EEG Gesetz sind nachzulesen im Eckpunktepapier des BMWi bzw. trotz zum Teil  tendenziöser Interpretation eine übersichtliche Auflistung des novellierten EEG in der Zusammenfassung des Bundesverbandes Windenergie.


Quellen:
http://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/EEG/eeg_beschlussfassung_20140626_bundestag.html
 

http://www.bmwi.de/DE/Themen/Energie/Erneuerbare-Energien/eeg-reform.html

http://www.wind-energie.de/system/files/attachments/article/2014/gesetzesaenderungen-treten-im-august-kraft/bwe-erfolge-vergleich-eeg-2012-und-2014.pdf

Expertenrat fordert Abschaffung des EEG (26.02.2014)

Der von der Bundeskanzlerin im letzten Jahr einberufene Expertenrat des Deutschen Bundestags hatte eigentlich sogar die komplette Abschaffung des EEG gefordert. Das ist das Ergebnis einer am 26.02.2014 vorgestellten Studie.


http://www.tagesschau.de/wirtschaft/eeg144.html


Zusammenfassung:

  • Die EEG-Auszahlungen an Betreiber betragen 2014 brutto 21,949 Mrd. €
  • Nach Abzug des Werts des Stroms zum Börsenpreis verbleiben Kosten der Förderung der Ökostromerzeugung von ≈ 19,7 Mrd. €
  • Die Hälfte unseres Strompreises besteht inzwischen aus Abgaben und Steuern.
  • Die EEG Strompreisumlage 2016 beträgt 6,354 Cent je kWh
  • Pro Einwohner Deutschlands beträgt die Umlage ca. 250,- € pro Jahr in 2016.
  • Börsenpreis für Strom ist wegen des EEG an der Strombörse in 2013 auf 3,78 Cent je kWh gesunken.
  • Windkraftanlagen sind nicht grundlastfähig.
  • Die Fördersätze für Windkraft an Land (Onshore) sind mit der Neufassung des EEG gesunken.
  • Der Ausbau wird auf 2500 MW pro Jahr begrenzt.
  • Ökostromprojekte werden für Windparks ab 2017 ausgeschrieben.
  • Die EEG-Umlagen subventionieren ökonomisch schlechte Standorte.
  • Je unökonomischer (windärmer) ein Standort ist, desto höhere EEG-Umlagen werden gezahlt, die letztlich vom Stromkunden aufzuwenden sind.
  • Die Festpreise der EEG-Umlage, insbesondere deren intransparente Ausgestaltung, setzen weiter Anreize zum Flächenverbrauch und zur Naturzerstörung.

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